(Sen. Copywriting)

Sandra Bernhofer

(Vita)

Als Kind wollte Sandra Detektivin werden. Bis sie – wie fast alle Millennials – der Verheißung aufgesessen ist, dass »irgendwas mit Medien« die Antwort auf alle Sinnfragen sei. Das klang nach kreativem Ausnahmezustand, Gästelistenplätzen und Zugang zu Orten, die den meisten verschlossen bleiben. Also wurde sie Musikjournalistin, gründete ein Stadtmagazin und stellte fest: Zumindest manchmal stimmt das sogar.

Weil sie selten halbe Sachen macht, probierte sie gleich alle Medienformate durch: Print, Web, Fernsehen, Radio, Podcast, Fotografie. Sie schrieb als freie Journalistin über Reisen, Kultur und soziale Missstände, baute Website und Social-Media-Kanäle für die Salzburger Zweigstelle der ältesten NGO der Welt auf und leitete zuletzt ein Ressort bei einer Tageszeitung.

Und irgendwie ist sie so am Ende doch noch Detektivin geworden. Nur sucht sie eben keine Verdächtigen, sondern nach dem, was Menschen antreibt und einzigartig macht. Diesen Spürsinn setzt sie nun bei Solid & Bold als Brand Storytellerin ein: Sie hört genau hin, erkennt Zusammenhänge und macht so das sichtbar, was im Kern jeder Marke schon da ist: eine gute Geschichte. Ganz ohne Trenchcoat. Meistens zumindest.

Sec.(01) Sec.(02)
Vita Auf einen Drink mit der Konzepterin und Texterin
(Interview)

Auf einen Drink mit der Konzepterin und Texterin

(01)

Was war dein erster kreativer »Job«?

Meine kreative Karriere startete im Städtebau. Aus Karton, Lego und Papier entwarf ich ganze Welten für Überraschungseifiguren. Meine erste Auftraggeberin und gleichzeitig erste Person, die meine Kreativität schamlos ausgebeutet hat, war dann meine Mutter: Sie ließ mich Glückwunschkarten für die gesamte Verwandtschaft basteln. Ironischerweise habe ich bei den Sprüchlein dazu regelmäßig gestreikt. Beim Texten endet bei mir bis heute die Kreativität und übernimmt die Logik: Man muss nur wissen, nach welchen Kriterien es funktioniert.

(02)

Papier und Stift oder Pixel und Maus?

Zu lange vor einem Bildschirm zu sitzen halte ich für tödlich, für die Stimmung genauso wie für die Kreativität. Vor einem leeren Blatt Papier passiert bei mir einfach mehr im Kopf als vor einem leeren Dokument. Der einzige Haken: Entziffern kann ich das, was ich da an Gedanken und To-Do-Listen hingekritzelt habe, meistens nur ein paar Stunden lang.

(03)

Was ist schön, obwohl es eigentlich nicht schön sein sollte?

Das Glattpolierte reizt mich nicht. Eine kleine Asymmetrie, eine Unregelmäßigkeit, hinter Fassaden vergrabene Identitäten und Storys dagegen schon. Was könnte das besser auf den Punkt bringen als Brutalismus? Mit seinem Sichtbeton, der wuchtigen, funktionalen Ästhetik und null Interesse daran, irgendwem gefallen zu wollen, ist er kein zimperlicher Baustil. Aber dabei so roh und voller gelebter Leben. Einfach schön!