Seit die Industrialisierung Markendesign hervorgebracht hat, galt Farbe als bestimmendes Kriterium, um Produkte und Marken voneinander zu unterscheiden. Wirkungsvoll und auffällig lässt sich mit ihnen eine Marke oder sogar ein Geschäftsfeld markieren (Telekom mit Magenta, UPS mit Braun, Ferrari mit Rot).

Farben wecken bestimmte Emotionen in uns: Das Gelb einer Sonnenblume wird in der Regel als warm und sympathisch wahrgenommen, hingegen ein dunkles Blau oftmals als seriös und distanziert empfunden wird. Auch werden Farben Epochen, Landschaften, politischen Haltungen zugeordnet und bekommen oftmals durch den (kulturellen) Kontext, in dem sie auftreten, eine eigene Bedeutung. Bei der Wahl für eine Hausfarbe im Markenerscheinungsbild sollten sowohl emotionale, kulturelle als auch funktionale Aspekte mit einbezogen werden.

Ein Beispiel, bei dem eine kontextbezogene Dimension der Farbwahl deutlich wird, ist McDonalds. Mit dem Ziel, zukünftig für Ernährungstrends und gesündere Ernährung (weg vom Fleisch) zu stehen, wurde die bis dato markenprägende Farbe Rot in Grün verändert, was weitreichende Konsequenzen für das Unternehmen mit sich zog.1

Farbe ist im Markendesign das Element mit der größten Fernwirkung und Wiedererkennung.

Farben haben innerhalb eines Unternehmens unterschiedliche Aufgaben: 

  • Primär- oder Hausfarben werden unmittelbar mit einer Marke assoziiert
  • Sekundärfarben sind ergänzende Farben, die die Farbwelt oder das Farbklima eines Unternehmens komplettieren

Beide Farbpaletten können innerhalb des Markendesigns unterschiedliche Aufgaben erfüllen, was in diesem Zuge auch bestimmt werden muss. Es können Produkte, Services, Informationen oder Abteilungen damit getrennt werden. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Erscheinungsbild bei zu vielen eingesetzten Farben nicht in einem Regenbogenzirkus endet. 

Auch bei Farben gilt: Weniger ist mehr.

Menschen können in ihrer Wahrnehmung nur eine bestimmte Anzahl an Farben eindeutig und schnell unterschieden. Sollten Sie also vorhaben, jedes Ihrer Produkte oder Services mit einer eigenen Farbe auszustatten, werden Sie bald merken, dass Ihre Farbpalette dafür nicht ausreicht.

Wenn Sie nun vor der Wahl Ihrer Farbe(n) stehen sollten Sie sich auch überlegen, welche Farben Ihre Mitbewerber verwenden oder ob es eine branchentypische Farbe gibt, die aufgegriffen werden kann. Vielleicht identifizieren Sie sich bereits stark mit einer Farbe. Zahlt diese Farbe auf Ihre Markenidentität und Ihre kreative Leitidee ein?

Bekannte Beispiele bei denen Farben das jeweilige Unternehmen eindeutig erkennbar und unverwechselbar machen sind: Veuve Cliquot, Ikea, Nivea, Manner, Tiffany …

Tipp

Wer sich immer schon einmal gefragt hat, wo die wunderbaren Namen für Farben herkommen, den empfehle ich auf Expedition im Werner’s Nomenclature of Colours zu gehen. Oder das gleichnamige Buch zu erwerben.

→ Zurück zur Übersicht
  1. 1 Baetzgen, A.: Brand Design Strategien für die digitale Welt, Stuttgart , S. 70 []